Lohn und Krankheit

Salaire et maladie

Was ist eine Arbeitsunfähigkeit?

Das Gesetz über die Arbeitsunfälle nennt "Arbeitsunfähigkeit" die Situation, in der sich der Arbeitnehmer infolge einer Krankheit oder eines Unfalls befindet, in der Unmöglichkeit, die vereinbarte Arbeit verrichten zu können.
Die Rechtsprechung hatte die Gelegenheit zu präzisieren, dass der Arbeitnehmer unfähig war zu arbeiten, wenn er teilweise fähig war, die vereinbarte Arbeit zu verrichten (zum Beispiel im Rahmen eines reduzierten Stundenplanes) oder wenn er fähig war, einen anderen Posten im Unternehmen zu übernehmen.
Das Gesetz sieht vor, dass die Ausführung des Arbeitsvertrages im Falle der Arbeitsunfähigkeit ausgesetzt wird.  

Was muss man tun im Falle der Krankheit oder des Unfalls?

Ihren Arbeitgeber verständigen
Im Krankheitsfall muss der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber unverzüglich informieren. Das Gesetz sieht keine präzisen Modalitäten vor: dies kann geschehen per Telefon, Fax, E-Mail, über einen Kollegen, usw. 
Ein ärztliches Attest liefern 
Um die Arbeitsunfähigkeit zu beweisen ist das einfachste und sicherste Mittel die Abgabe eines ärztlichen Attestes. In den meisten Fällen wird das ärztliche Attest über die Arbeitsordnung, den Arbeitsvertrag oder ein Kollektivabkommen gefordert. Das ärztliche Attest muss meistens innerhalb einer Frist von 2 Arbeitstagen ab Beginn der Unfähigkeit abgegeben werden. 

Was muss im ärztlichen Attest stehen? 

Das ärztliche Attest gibt die wahrscheinliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit an. Es gibt auch an, ob der Arbeitnehmer sich hinsichtlich einer Kontrolle fortbewegen kann.

Garantierter Lohn im Falle der Arbeitsunfähigkeit

Während der Periode der Arbeitsunfähigkeit hat der Arbeitnehmer Anrecht auf den garantierten Lohn zu Lasten des Arbeitgebers. Die Gewährungsbedingungen dieses Lohnes variieren aber je nach Statut des Arbeitnehmers: 
 
STATUTPERIODEBETRIEBSZUGEHÖRIGKEITGARANTIERTER LOHN
Arbeiter7 erste Krankheitstage1 Monat100 % Bruttolohn zu Lasten des Arbeitgebers
7 folgende Tage60+25,88=85 % Bruttolohn zu Lasten des Arbeitgebers
14 folgende TageIntervention der Krankenkasse + 25,88 % Bruttolohn zu Lasten des Arbeitgebers
Angestellte unter Vertrag < 3 MonateGleiches System wie die Arbeiter
Angestellte in ProbezeitGleiches System wie die Arbeiter
Angestellte unter unbefristetem VertragErster KrankheitsmonatKeine100 % Bruttolohn zu Lasten des Arbeitgebers
LeiharbeiterSiehe die Seite Krankheit für die Leiharbeiter
     
Der garantierte Lohn wird nicht gezahlt, wenn die Unfähigkeit entsteht aufgrund eines schwerwiegenden Fehlers des Arbeitnehmers oder eines Sportunfalls bei einem Wettkampf oder einer Darbietung, für die der Organisator Eintritte verlangt und für die die Teilnehmer bezahlt werden.  
Darüber hinaus muss der garantierte Lohn nicht erneut gezahlt werden, wenn eine neue Unfähigkeit innerhalb von 14 Tagen nach Beendigung einer Arbeitsunfähigkeitsperiode auftritt, für die der Arbeitnehmer einen garantierten Lohn erhalten hat, außer wenn die neue Unfähigkeit auf eine andere Krankheit oder einen anderen Unfall zurückzuführen ist.  

Kein ärztliches Attest oder zu spät abgegeben?

Wird das ärztliche Attest zu spät oder gar nicht abgegeben, kann dies Auswirkungen auf Ihren garantierten Lohn haben, wie auch auf die eventuelle Zahlung des Krankengeldes durch die Krankenkasse. Ihr Arbeitgeber (oder die Krankenkasse) kann die Zahlung des garantierten Lohnes für die Tage vor dem Versand des Attestes ablehnen.