Deutliche Verbesserungen für den Pflegeurlaub

Mobilität
Der Landesrat der Arbeit (LRA) verständigte sich gestern über drei wichtige Anpassungen der Systeme der Laufbahnreduzierung und des Zeitkredits, und dies im Rahmen der Umsetzung der Abkommen über das Wohlbefinden im ÜBA 2017-2018.
Im Frühjahr 2017 wurde effektiv beschlossen, 1,6 Millionen Euro auf Seite zu legen für eine spätere Zuweisung nach einer Bewertung der neuen Bestimmungen über die Laufbahnunterbrechung für Alleinerziehende mit Kindern.
Dieser Haushalt wird nun, dank des Sozialdialogs, konkret zur Verfügung gestellt“, erklärt CSC Nationalsekretär Mathieu Verjans. „Wir fragen Minister Peeters , nun schnell die legislative Arbeit zu erledigen. Diese Anpassungen können für viele Menschen in der Tat einen wichtigen Unterschied darstellen.“
1. Die Sozialpartner beschlossen, den Begriff des „Kindes mit Behinderung“ für den Elternurlaub und für den Pflegeurlaub zu erweitern. Für ein Kind mit Behinderung ist es möglich, den Urlaub bis zum Alter von 21 Jahren (statt bis 12 Jahren für den Elternurlaub und 8 Jahren für den Zeitkredit) zu nehmen. Die Zielgruppe ist aber sehr streng definiert. Bisher wurden nur schwere physische Beeinträchtigungen berücksichtigt. Ab jetzt werden ebenfalls die Beteiligung und die Autonomie des Kindes sowie die familiäre Belastung überprüft. Konkret bedeutet dies, dass mehr Eltern von erweiterten Rechten profitieren werden können. Die Sozialpartner fragen Minister Peeters, so schnell wie möglich für den gesetzlichen Rahmen zu sorgen, damit diese neue Regelung spätestens am 1. April 2018 in Kraft treten kann. Gleichzeitig fragen die Mitglieder des LRA alle Regierungen, diese Aufgabe für alle anderen politischen Bereiche zu erledigen, die in Verbindung zu Kindern mit Behinderung stehen.
2. Die Sozialpartner gaben ebenfalls grünes Licht für eine neue Erhöhung der Unterbrechungsentschädigungen um 14 % für Alleinerziehende, die eine Laufbahnunterbrechung nehmen, um sich um ein Kind zu kümmern (Elternurlaub, Palliativurlaub oder Urlaub zur Pflege eines schwer kranken Kindes). Am 1. Juni 2017 wurde schon eine erste deutliche Verbesserung realisiert durch eine Erhöhung um nicht weniger als 35 %, die es erlaubte, die Bruttoentschädigung (für eine vollständige Unterbrechung) über die europäische Armutsschwelle (von 2016) zu erheben. Die neue Erhöhung um 14 % ermöglicht es nun, dass auch die Nettoentschädigung die europäische Armutsschwelle (1.157 Euro) übersteigt. Die Sozialpartner fragen, dass diese Verbesserung ab dem 1. April in Kraft tritt.
3. Die Sozialpartner widersetzen sich einer Altersdiskriminierung im System der Laufbahnunterbrechung für Alleinstehende, die ihre Kinder pflegen. Diese Diskriminierung ist die Folge einer Maßnahme, die die Regierung im letzten Jahr getroffen hatte, indem sie die Entschädigung alleinstehende Eltern über 50 Jahre plötzlich auf einen niedrigeren Betrag setzte als den für Eltern unter 50 Jahren. Die Sozialpartner fordern, dass diese Altersdiskriminierung so schnell wie möglich beseitigt wird.