Besserer Schutz für Arbeitnehmer

Das Belgische Staatsblatt veröffentlichte ein Gesetz zum besseren Schutz der Arbeiter und ihrer Kinder gegen Substanzen, die die Fortpflanzung gefährden. Arbeitsminister Kris Peeters ergriff diese Initiative auf Vorschlag der belgischen Gewerkschaften, die 2015 eine Aktion zu diesem Thema vor dessen Kabinett durchgeführt hatten.
Fortpflanzungsgefährdende Substanzen können die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen reduzieren, Schwangerschaftsabbrüche auslösen und nicht erbliche Anomalien zur Folge haben. Während der Stillzeit können diese Substanzen die Gesundheit des Kindes beeinträchtigen. Man findet diese Substanzen in zahlreichen Branchen: Es handelt sich um bestimmte Metalle, Lösemittel, Pestizide und Insektizide, häufig verwendete chemische Rohstoffe, usw.
Das neue Gesetz stellt sicher, dass die strikteren Regeln für krebserzeugende Produkte ebenfalls für fortpflanzungsgefährdende Substanzen gelten. Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie vor allem nach sichereren Alternativen zu diesen Substanzen suchen müssen.
Anderenfalls muss in komplett geschlossenen Kreisläufen gearbeitet werden. Wenn dies technisch nicht möglich ist, müssen verschiedene Maßnahmen getroffen werden, um das Aussetzungsniveau so niedrig wie möglich zu halten. Wirtschaftliche Argumente - wie für die „gewöhnlichen“ gefährlichen Produkte - dürfen nicht mehr angeführt werden, um die Schutzmaßnahmen zu ignorieren.
Mit dieser neuen Regelung folgt Belgien anderen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Österreich, die seit langem ein ähnliches Gesetz eingeführt hatten. Auch auf europäischer Ebene diskutiert man seit langem über die Einführung eines Gesetzes über fortpflanzungsgefährdende Produkte. Trotz des ausdrücklichen Wunsches des Europäischen Parlaments konnten sich die Länder bisher nicht einigen. Die belgischen Gewerkschaften wollten nicht auf eine europäische Regelung warten. Der Arbeitsminister schloss sich unserer Haltung an. Nun freuen wir uns sehr über diesen Fortschritt beim Schutz der Arbeitnehmer und ihrer Kinder.