Fragebogen für kranke Arbeitnehmer

Nach acht Wochen Invalidität erhalten kranke Arbeitnehmer in Kürze einen standardisierten Fragebogen. Die Gewerkschaften befürchten, dass diese Art von Fragebogen früher oder später zur Bestrafung von Kranken verwendet wird.
Unter dem Druck der scheidenden Sozialministerin Maggie De Block werden alle Krankenkassen bald einen standardisierten Fragebogen an Patienten senden, die acht Wochen lang nicht arbeiten konnten. Das Formular kann nur im Internet ausgefüllt werden.
Der Fragebogen enthält eine Reihe von Fragen zu Beruf und Ausbildung der kranken Person, fragt aber auch, ob sie das Gefühl hat, bald wieder arbeiten zu können. Sie wird auch gebeten anzugeben, ob sie mit Sätzen wie diesen einverstanden ist oder nicht: „In meinem Leben gab es viele unangenehme Dinge, über die ich oft nachdenke“, „Ich investiere mich zu 200 % in meine Arbeit", „Wenn ich zurück bin, muss ich hart arbeiten, um alles aufzuholen“.
Der Fragebogen, der auf einer wissenschaftlichen Studie basiert, zielt darauf ab, den Vertrauensärzten der Krankenkassen dabei zu helfen, die Langzeitkranken auszuwählen, die in Betracht kommen, zwecks Wiedereingliederung an einen Arbeitsmediziner weitegeleitet zu werden. Diejenigen, die angeben, dass sie bald wieder arbeiten, werden wahrscheinlich nicht vorgeladen.
Die restlichen Fragen wurden im vergangenen Jahr einer großen Gruppe von Kranken vorgelegt. Die Antworten der Patienten mit achtwöchiger Krankheit wurden mit den Antworten der Patienten verglichen, die noch Monate später nicht zur Arbeit zurückkehrten. Die Krankenkasse kann somit die Patienten auswählen, die die typischen Antworten von Langzeitkranken geben. Oder nützliche Informationen für die Begleitung sammeln. Oder die Patienten, die möglicherweise nicht ohne Aufforderung zur Arbeit zurückkehren, an den Arbeitsarzt überweisen.

Wenig Begeisterung

Die Reaktionen der CSC auf die ersten Vorschläge des Fragebogens waren überaus kritisch. Die anderen Gewerkschaften, Krankenkassen und sogar die Arbeitgeberverbände teilten diese Ansicht. Die Ministerin blieb jedoch beharrlich. Die Krankenkassen waren finanziellem Druck ausgesetzt, um bei dieser Maßnahme mitzuarbeiten.
Die Gewerkschaftskritik betrifft verschiedene Aspekte. Die Tatsache, den Fragebogen nur im Internet beantworten zu können, ist bereits für eine große Anzahl von Patienten ein Problem.
Einige Fragen beziehen sich darauf, was der Kranke über seine Vorgesetzten, Kollegen oder persönlichen Fähigkeiten denkt. Dies sind keine Informationen, die man seinem Arbeitgeber mitteilen oder dem Arbeitsarzt zur Verfügung stellen möchte. Obwohl diese Informationen nach den geltenden Vorschriften für den Vertrauensarzt vertraulich bleiben und normalerweise nicht an den Arbeitsarzt oder den Arbeitgeber weitergegeben werden.
Vor allem aber besteht die Befürchtung, dass diese Art von Fragebogen schließlich dazu dienen wird, den Kranken zu bestrafen. Die Michel-Regierung wollte das Krankengeld um 5% kürzen, wenn die Patienten den Fragebogen nicht ausfüllen. Mit dem Rücktritt der Regierung wurde diese Maßnahme nicht umgesetzt. Eine zukünftige Regierung könnte dies jedoch wieder aufgreifen.
Als ob schlechter Wille und Profitariat die Hauptprobleme der Langzeitkranken wären und nicht die Arbeitssituation, Stress, Burnout oder die mangelnde angepasste Arbeit für Patienten, die sich erholen, betont die CSC. Wir werden uns weiterhin bei der nächsten Regierung für eine Vorgehensweise einsetzen, die auf der freiwilligen Mitarbeit des Patienten beruht."

Und jetzt?

Personen, die aus technischen Gründen (Internetzugang) oder inhaltlichen Gründen Angst haben, den Fragebogen auszufüllen, müssen dies nicht tun. Sie können die Anforderung einfach ignorieren. In einigen Fällen kann der Fragebogen nützlich sein (dann ist es besser, eine Kopie Ihrer Antworten zu machen), es ist jedoch keine Pflicht den Fragebogen auszufüllen und das Nichtausfüllen hat auch keine Strafe zur Folge.
Fragebogen in Französisch