Die CSC will deutliche Lohnerhöhungen

Enquête salaire
Bei den nächsten überberuflichen Verhandlungen will die CSC deutliche Lohnerhöhungen für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erreichen. Zusätzlich zur automatischen Lohnindexierung beabsichtigt sie eine wirkliche Lohnspanne auszuhandeln.
Im Vorfeld der überberuflichen Verhandlungen legt die CSC die Karten auf den Tisch: Sie will eine deutliche Lohnspanne erhalten, zusätzlich zur automatischen Lohnindexierung. „Die tägliche Realität zahlreicher Personen, darunter auch die der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, besteht darin, sich zu fragen wie sie den Monat überstehen sollen, nachdem sie Miete, Heizung, Strom, Nahrungsmittel und das (zur Ausübung des Berufes unerlässliche) Auto bezahlt haben. Für die CSC steht fest: Die Bevölkerung muss leben können und nicht bloß überleben“, erklärt die Generalsekretärin der CSC, Marie-Hélène Ska.
Es stimmt, dass die Löhne global gestiegen sind. Aber dieser Anstieg wird schnell absorbiert, wenn man einerseits den Indexsprung von 2 % berücksichtigt und andererseits die Tatsache, dass die Kosten für Wasser um 120 %, für Strom um 97 %, für Heizöl und Miete um 60 % gestiegen sind . Die Menschen mit schwachen Einkünften sind am meisten betroffen, weil 80 % ihres Einkommens für Miete, Energie und Nahrungsmittel ausgegeben werden. Diese schwierige Situation wird noch schmerzhafter durch den Rückgang der öffentlichen Dienste…

Eine unglaubliche Kluft

„Die Arbeitnehmer und Sozialleistungsempfänger haben das Gefühl nur dazu da zu sein, um Steuern und Beiträge zu zahlen. Damit der Staat funktionieren kann sind diese unerlässlich. Aber die breitesten Schultern sollten auch die schwersten Lasten tragen. Doch das ist nicht der Fall: Multinationale Unternehmen und vermögende Personen entkommen der Steuer, weil sie sich teure Steuerberater leisten können. Es gibt eine privilegierte Minderheit, die nie genug bekommt und der alles erlaubt ist, während gleichzeitig die Arbeitslosenentschädigungen gekürzt werden und man den Wasser- und Stromverbrach der Arbeitslosen kontrolliert… Diese Kluft hat ein unglaubliches Ausmaß angenommen und erzeugt ein tiefes Gefühl der Ungerechtigkeit“, stellt Marie-Hélène Ska weiter fest.
Die CSC wird diese Botschaft an die Arbeitgeber weiterleiten, wenn sie im Januar die Verhandlungen zu einem neuen überberuflichen Abkommen beginnen.

Keine Krümel

Wir werden uns nicht mit Pflastern zufrieden geben! Der Wirtschaft geht es gut, manchen Sektoren fehlt es an Arbeitskräften. Daher müssen die Löhne interessanter werden. Doch das aktuelle Gesetz verhindert dies. Wir können nicht in dieser Zwangsjacke stecken bleiben, die jede Möglichkeit der Lohnerhöhung im Keim erstickt: Es kommt nicht infrage, mit den Arbeitgebern über Krümel zu verhandeln. Sie können nicht ihre Dividenden erhöhen, weil es der Wirtschaft gut geht und dann darüber klagen, dass es nicht möglich sei, die Löhne zu erhöhen“, erklärt die Generalsekretärin der CSC.
Das überberufliche Abkommen 2017-2018 hatte eine Lohnspanne von 1,1 % auf zwei Jahre ergeben, zusätzlich zur Lohnindexierung. Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erwarten dieses Mal mehr. Zudem erwarten sie einen Elternurlaub, der für eine bessere Vereinbarung von Beruf und Familie sorgt, die Möglichkeit von fünf Schulungstagen pro Jahr, Maßnahmen im Bereich der Mobilität, die Beendigung der noch bestehenden Diskriminierungen zwischen Arbeitern und Angestellten, darunter der garantierte Lohn im Krankheitsfall und das Urlaubsgeld.