Weniger Gift in unserem Umfeld

Spray
Ein guter Vorsatz für 2018: Vermeiden von endokrinen Disruptoren, diese Substanzen, die in vielen Produkten des täglichen Lebens vorhanden sind.
In wenigen Jahrzehnten hat die chemische Industrie unsere Verbrauchsgewohnheiten erheblich verändert. Essen bereit zum Verzehr, Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff, Konservierungsverpackungen, schmutzabweisende, feuerfeste oder regenfeste Textilien, das immer größer werdende Sortiment an Kosmetika und Putzmitteln, phytosanitäre Produkte, Teflonpfannen, Spielzeug und Schulbedarf aus PVC oder Polycarbonat, usw. All diese alltäglichen Gegenstände enthalten endokrine Disruptoren (PE), Substanzen, die auf unser Hormonsystem einwirken und auf die in einer ganzen Reihe von Pathologien hingewiesen wird.
Es geht um hormonbedingte Krebserkrankungen (Brust, Prostata, Hoden), Probleme der männlichen Unfruchtbarkeit, genitale Missbildungen bei kleinen Jungen, um verfrühte Pubertät, Gehirnentwicklung ... Diesen endokrinen Disruptoren werden auch zum Teil Autismus und Hyperaktivität zugeschrieben, oder auch einige Fälle von Fettleibigkeit und Diabetes.

Im Berufsleben

Neben den Gegenständen des täglichen Lebens ist das Berufsumfeld auch eine Quelle der Exposition. Dies ist der Fall für Arbeitnehmer in Kontakt mit organischen Lösungsmitteln, hormonaktiven Medikamenten, Pestiziden, Metallen wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom, Alkylphenole, Phthalate (Weichmacher für Kunststoffe) und BPA, bromierte Flammschutzmittel, Parabene (Konservierungsstoffe) usw.
Einige Sektoren sind besonders betroffen: Landwirtschaft und Gartenbau, Agrarindustrie, chemische Industrie, Pharmaindustrie, Elektronikindustrie, Textilindustrie, Friseure, Gesundheitsfürsorge oder Reinigungssektor.
Meistens wissen die Arbeitnehmer nicht, dass sie solchen Stoffen ausgesetzt sind. In Ermangelung europäischer Rechtsvorschriften gibt es kein Piktogramm, um „endokrine Disruptoren“ leicht zu erkennen. Etikettierung der Produkte und Datenblätter zur Produktsicherheit ist eine der Hauptforderungen der Gewerkschaften und Umwelt-NGOs. Die CSC will auch präventiv in Unternehmen handeln. Ein praktisches Blatt für die Gewerkschaftsdelegierten wurde gerade vom intergewerkschaftlichen Netzwerk zur Umweltsensibilisierung veröffentlicht.

Einige Tipps

Trotz der Alarmrufe der Ärzteschaft tut sich Europa, unter dem Druck von Lobbys der chemischen Industrie schwer, sich über Kriterien für die Identifizierung von PE abzustimmen, was jedoch für einen wirklichen Schutz notwendig wäre. So bleibt uns nur der Versuch, unsere Konsumgewohnheiten in wesentlichen Bereichen zu ändern:
  • Essen: Vermeiden Sie in Polykarbonat verpackte Lebensmittel, Konserven, Plastikdosen und Geschirr, vermeiden Sie den Kontakt mit Lebensmitteln (besonders heißen) mit Kunststoff, Plastikflaschen nicht wiederverwenden. Je geringer die Kontaktzeit mit der Kunststoffverpackung, desto schwächer die Freisetzung. 
  • Kosmetik: begrenzen Sie Parfums, Lacke oder unnötige Cremes sowie Deodorants und Sprühlacke. Privilegieren Sie Produkte, deren Label das Fehlen von Phthalaten garantiert. Wenn Sie schwanger sind müssen Sie ganz besonders darauf achten, auch bei Produkten für kleine Kinder. 
  • Dekoration des Hauses: Vermeiden Sie plastifizierte Beschichtungen für den Boden und die Wände, legen Sie den Fokus auf natürliche Farben und Beschichtungen. Vorsicht vor Sofas und behandelten Teppichen mit perfluorierten Verbindungen. Bevorzugen Sie Massivholzmöbel statt solche mit Spanplatten.
  • Hausreinigung: Fokus auf Produkte wie natürlicher Bienenwachs, weißer Essig, Zitronensaft und Backpulver sowie parfum- und farbstofffreie Produkte. Vermeiden Sie Insektizide, Raumdüfte. 
  • Kleidung: Vermeiden Sie synthetische Leder und plastifizierte Bekleidung. Waschen Sie neue Kleidung, um Flammhemmer zu beseitigen (PBDE). 
  • Kinder: bevorzugen Sie Plüschtiere in Stoff oder in Bio-Baumwolle und Naturfasern sowie unbehandeltes Holzspielzeug. Vermeiden so viel wie möglich „alles aus Kunststoff“, oder bevorzugen Sie zumindest den harten Kunststoff, der weniger Phthalate enthält als ein Spielzeug aus flexiblem Kunststoff.