Mehr Nettolohn, weniger soziale Sicherheit

Sicher haben Sie schon festgestellt, dass Ihr Nettolohn im Januar gestiegen ist. Also ein Hoch auf die Regierung Michel und ihre Tax Shift?Nicht so schnell!Hier einige Erläuterungen zu dem, was diese Erhöhung in Wirklichkeit verdeckt.
Ja, es gibt eine Erhöhung des Nettolohnes. Aber…
  • Es gibt eine Reduzierung Ihrer direkten Steuern (Berufssteuervorabzug). Im Ganzen zahlen Sie weniger Steuern auf das Arbeitseinkommen von 2018 als von 2017. Das hat zwei Auswirkungen: erstens weniger gut finanzierte öffentliche Dienste und zweitens wird diese Beitragssenkung durch andere Maßnahmen wieder aufgefangen, wie zum Beispiel die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Strom, der Akzisen auf Tabak und Alkohol,…
  • Die Tax Shift der Regierung Michel führte auch zur Senkung der Arbeitgeberbeiträge (die Beiträge, die die Arbeitgeber auf Ihren Bruttolohn zahlen).Diese Beiträge finanzieren die soziale Sicherheit.Wenn also diese Beiträge sinken, verdient der Arbeitgeber Geld, aber die soziale Sicherheit wird geschwächt. Damit steht weniger Geld zur Verfügung für Ihre Rente, Ihre Gesundheitspflege, Ihre Arbeitslosigkeitsentschädigungen,…
Die Tax Shift, die es manchen Belgiern ermöglicht netto mehr zu verdienen, führt also andererseits zu einem kollektiven Kaufkraftverlust.
Beispiel : Ein verheirateter Arbeitnehmer, ohne Personen zu Lasten und mit einem Bruttolohn von 2.500 Euro monatlich, bekommt ab Januar 45 Euro netto mehr. Der Staat verliert also 45 Euro an Steuereinnahmen jeden Monat. Hinzu kommt, dass sein Arbeitgeber ebenfalls 63 Euro weniger (im Vergleich zu 2015) in die Kasse der Sozialsicherheit zahlt. Dieses Geld fehlt zur Finanzierung der Renten, der Gesundheitsversorgung, der Arbeitslosigkeit,…
Nicht zu vergessen, dass der im vergangenen Jahr von der Regierung beschlossene Indexsprung für den Lohnempfänger zu einem Einkommensverlust von 2 % geführt hat. Sein Lohn hat sich nicht verändert, obschon die Preise gestiegen waren.
In Wirklichkeit verlieren die Arbeitnehmer in Belgien an Lohn:
  • Der Reallohn eines durchschnittlichen Arbeitnehmers sank um 3,1 % seit der Einsetzung der Michel Regierung im Jahr 2014 (Indexsprung, …).
  • Die Reallöhne der Belgier (Löhne und Sozialbeiträge inklusive, unter Berücksichtigung der Lebenskosten) haben sich in den letzten zwanzig Jahren weniger gut entwickelt als bei unseren europäischen Nachbarn. Seit 1996 stiegen sie um 8,2 %, während sie in Frankreich und in den Niederlanden um 18 % stiegen.Nur in Deutschland wird ein Plus um lediglich 3,6 % verzeichnet.
Die Regierung behauptet nun von sich, die Kaufkraft zu stärken. Aber wir tappen nicht in diese Falle. Von Anfang an versucht diese Regierung, die von unseren Vorfahren aufgebauten Solidaritätsmechanismen zu zerbrechen und wir verlieren an kollektiver Kaufkraft. Diesem individualistischen Gesellschaftsentwurf setzt die CSC die Vision einer kollektiven und solidarischen Gesellschaft entgegen.