Angemessene Renten für alle

Am 16. Mai demonstrierten 70.000 Menschen in den Straßen von Brüssel gegen das Rentensystem nach Punkten und zwangen somit die Regierung einen Rückzieher zu machen. Doch diese hat immer noch einen anderen Plan in petto, der genauso unfair und inakzeptabel ist und die schweren Berufe betrifft.
Die Gewerkschaften der öffentlichen Funktion unterzeichneten ein wichtiges Abkommen über die schweren Berufe mit dem Pensionsminister. Für den Privatsektor laufen die Diskussionen weiter. Die Gewerkschaften verteilen zurzeit eine 2. Pensionszeitung, um die Arbeitnehmer über die Pläne der Regierung bezüglich der schweren Berufe und über die Auswirkungen dieser Verhandlungen zu informieren. Am 2. Oktober werden regionale Aktionstage organisiert.
Bei ihrem Amtsantritt im Jahr 2014 hatte die Michel-Regierung beschlossen, das Rentenalter auf 67 Jahre zu erhöhen. Ohne Vorankündigung, denn diese Maßnahme stand in keinem Wahlprogramm. Und damit diese bittere Pille besser geschluckt wird, kündigte die Regierung Erleichterungen für die Personen an, die einen schweren Beruf ausüben. Dieser Vorschlag wurde 2018 formuliert. 
Die Regierung schlägt vier Kriterien zur Berücksichtigung vor: die Belastung der Arbeitsorganisation, die physische Belastung der Arbeitsbedingungen, die erhöhten Sicherheitsrisiken und die emotionale Belastung. Die Regierung möchte, dass die Sozialpartner des Privatsektors eine Liste der schweren Berufe auf Basis dieser Kriterien erstellen. Wenn Sie einen schweren Beruf ausüben, der einem oder mehreren Kriterien entspricht, dürften Sie weniger lang arbeiten.

Zahlen Sie selbst für die Jahre harter Arbeit 

Die Pläne der Regierung werfen große Probleme auf. Die "emotionale oder mentale Belastung" gilt nur als zusätzliches Kriterium. In zahlreichen Fällen ist es praktisch unmöglich, seine Laufbahn früher zu beenden. Diejenigen, die ihre Rente früher nehmen, werden weniger an Rente haben und müssen daher selbst die Rechnung für diese Jahre der harten Arbeit zahlen. Die Perioden, im Laufe derer sie eine schwere Arbeit verrichtet haben, werden nur für maximal 10 Jahre berücksichtigt und auch nur, wenn Sie immer noch diese schwere Arbeit beim selben Arbeitgeber verrichten. Das für diese Maßnahme vorgesehene Budget ist sehr begrenzt, was die Möglichkeit gute Abkommen zu vereinbaren, sehr deutlich einschränkt.

Unsere Vorschläge

  • Das Recht auf Rente ab 65 Jahre für alle. 
  • Eine starke gesetzliche Rente, die es Ihnen ermöglicht, Ihr Leben in Würde zu beenden.
  • Eine allmähliche Angleichung der gesetzlichen Rente des privaten Sektors an das Renteniveau des öffentlichen Sektors. 
  • Eine echte und effektive Berücksichtigung der Schwere der Arbeit, damit die Arbeitnehmer nicht völlig am Ende in Rente gehen müssen. 
  • Eine höhere Mindestrente, die verhindert, dass unsere Rentner in die Armut abrutschen. 
  • Berücksichtigung der Lebensunfälle bei der Berechnung der Rente (Arbeitslosigkeit, Unterbrechung der Karriere, thematische Urlaube usw.), als ob es sich um Arbeitsperioden handelt. 
  • Eine Erhöhung der Einkommensgrenzen, damit der Unterschied zwischen dem letzten Lohn und der Pension des Arbeitnehmers begrenzt bleibt.
Wenn Sie nach dem Lesen unserer Zeitung ebenfalls reagieren und anständige Renten für alle fordern möchten, dann beteiligen Sie sich an den Aktionen am 2. Oktober!

Lüttich/Verviers:

Rendez-vous um 10 Uhr am Sitz der CSC (bld Saucy 10). Zusammen geht es dann zum Espace Tivoli (Place du Marché) zu einem gemeinsamen Treffen, wo ab 11 Uhr einige Reden auf dem Podium gehalten werden. 
Lesen Sie die 2. Ausgabe unserer Pensionszeitung.