Interim: zu weniger Tagesverträgen

Je suis un jeune intérimaire
Die CSC will mehr Beschäftigungsstabilität für Interimarbeitnehmer. Im Sommer wurde ein weiterer Schritt getan, um den missbräuchlichen Rückgriff auf Tagesverträge zu bekämpfen.
Es ist notwendig, den viel zu häufigen Rückgriff auf aufeinander folgende Tagesverträge zu bremsen. Denn diese sind in der Tat sehr unsicher für den Arbeitnehmer, der nicht weiß, ob und wo er am nächsten Tag arbeiten wird, der aber dennoch immer sehr verfügbar bleiben muss ... In 2016 arbeiteten nicht weniger als 44 % der Interimarbeitnehmer mit aufeinander folgenden Tagesverträgen bei demselben Nutzer (unter „Nutzer" versteht man das Unternehmen, das Interimarbeit verwendet).
Die CSC hat sich schon lange für dieses Thema eingesetzt und sie wurde endlich gehört. Ende Juli unterzeichneten die Sozialpartner ein Abkommen im Landesrat der Arbeit, um die Verwendung aufeinander folgender Tagesverträge einzuschränken.
Konkret verpflichtet der erste Teil dieses Kollektivabkommens (KAA) den Arbeitgeber/Nutzer, jedes Semester dem Betriebsrat, der Gewerkschaftsdelegation oder mangelndenfalls dem Sozialfonds für Interimarbeitnehmer über die Interimagentur, die Anzahl der aufeinander folgenden Tagesverträge und die Anzahl der Interimarbeitnehmer, die mit aufeinander folgenden Tagessverträgen gearbeitet haben, mitzuteilen.
Diese Zahlen sind Gegenstand einer jährlichen Diskussion im Unternehmen, zwecks Bewertung von aufeinander folgenden Tagesverträge in Verbindung mit der notwendigen Flexibilität im Unternehmen.

Mit Zahlen belegen

Auf der anderen Seite begrenzt das Abkommen die Anzahl der Tagesverträge, die das Unternehmen nutzen darf, auch wenn es den Bedarf an Flexibilität bei der Nutzung von Tagesverträgen belegen kann. Ein Unternehmen kann also auf Tagesverträge zurückgreifen, soweit dies gerechtfertigt und durch Zahlen belegt wird.
Diese Verpflichtung sollte zusammen mit den neuen Transparenzregeln verhindern, dass das Unternehmen die massive Nutzung aufeinander folgender Verträge durch Erklärungen wie „Auftragsschwankungen" rechtfertigen kann.
Für den Arbeitgeber, der die aufeinander folgenden Tagesverträge missbraucht, bleibt die Strafe unverändert: zwei Wochen Lohnzahlung an den Arbeitnehmer. Die Verschärfung der Regeln sollte jedoch in Zukunft die effektive Anwendung dieser Sanktion erleichtern.

20 % Reduzierung in zwei Jahren

Schließlich beinhaltet das KAA auch eine Verpflichtung des Arbeitgebers, die Anzahl der aufeinander folgenden Tagesverträge im Verhältnis zur Gesamtzahl der befristeten Arbeitsverträge innerhalb von zwei Jahren um 20 % zu reduzieren. In etwa sprechen wir über eine Reduzierung von 800.000 aufeinander folgenden Tagesverträgen von insgesamt 4 Millionen.
Dieses KAA wird am 1. Oktober in Kraft treten. Der Landesrat der Arbeit plant in 2020 eine Bewertung, insbesondere für die zwanzigprozentige Reduzierung.
Für Mathieu Verjans, Nationalsekretär der CSC, ist diese Vereinbarung daher ein wichtiger Schritt nach vorn: „Die neuen Vorschriften in Sachen Information und die Verpflichtung für die Unternehmen mit Zahlen den Rückgriff auf Tagesverträge zu belegen, geben unseren Vertretern die Möglichkeit, die Debatte in den Unternehmen zu starten. Wir können auch Unternehmen, die die Debatte ablehnen, vor das Arbeitsgericht zitieren."
„Die logische Folge dieses Abkommens wird das Wahlrecht für Interimarbeitnehmer bei den Sozialwahlen sein", fügt Mathieu Verjans hinzu. Es wäre ganz normal, dass die Interimarbeitnehmer für die Vertreter stimmen können, die ihre Interessen in den Unternehmen am besten verteidigen. Die CSC wird daher das Wahlrecht der Interimarbeitnehmer für die Sozialwahlen 2020 voll und ganz verteidigen."
Wenn Sie Interimarbeitnehmer sind und Sie mit dem Problem der Tagesverträge oder anderen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Ihrem Vertrag konfrontiert sind, kontaktieren Sie die CSC über einen Delegierten in der Firma oder falls in Ihrem Betrieb keine Delegierten vertreten sind, über das Formular, das Sie auf der CSC-Website finden.