Grenzgänger Deutschland

Je suis
 Ob Kindergeld, Steuern, Rente oder Mindestlohn: Auch für die Grenzgänger Deutschland -Belgien ändert sich einiges. Wir haben für Sie die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

1. Kindergeld:

Die deutschen Kindergeldsätze werden jeweils um 2 €/Kind erhöht:
  • Für das erste und zweite Kind: 194 € 
  • Für das dritte Kind: 200 €
  • Ab dem vierten Kind: 225 €

Kindergeld rückwirkend gibt es ab dem 01.01.2018 nur noch maximal 6 Monate. Bis 31.12.17 konnte das Kindergeld rückwirkend noch für 4 Jahre beantragt und gewährt werden. Eingeführt wurde dies um Betrugs- und Missbrauchsfälle zu verhindern. Jedoch für die Grenzgänger, die erst später von der Möglichkeit erfahren, einen Kindergeldausgleich anfragen zu können, ist dies natürlich schade.
Deshalb nochmal zur Erinnerung: Arbeitet ein Partner in Belgien oder bezieht in Belgien Arbeitslosengeld, so kann der in Deutschland berufstätige Partner den Ausgleich in Deutschland beantragen.
Berechnet wird der Ausgleich, nach der erfolgreichen Klage eines CSC-Mitgliedes wieder pro Kind und nicht mehr pro Familie.
Für die Grenzgänger, die in Deutschland wohnen und in Belgien arbeiten: Sie haben einen Anspruch auf belgisches Kindergeld (bzw. den Ausgleich). So bekam eines unserer Mitglieder jetzt 7.700 € für drei Jahre nachgezahlt. Also bitte melden!

2. Steuern

Kinderfreibetrag: Eltern bekommen entweder Kindergeld oder die steuerlichen Freibeträge für Kinder bei der Einkommensteuer. Wenn man eine Steuererklärung abgibt, prüft das Finanzamt automatisch was günstiger ist. Der Kinderfreibetrag erhöht sich 2018 um 72 € auf 4788 €. Der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs-, oder Ausbildungsbedarf beträgt unverändert 2.640 € 
Grundfreitrag: auch der Steuergrundfreitrag wird um 180 € auf dann 9.000 € erhöht.
Dieser Betrag gilt dann auch für die Feststellung des Anrechts auf die unbeschränkte Steuerpflicht. Dies heißt konkret, dass das belgische Bruttoeinkommen diesen Betrag nicht überschreiten darf (bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern: 18.000 €).
Abgabefrist der Steuererklärung: bisher galt die allgemeine Abgabefrist für die deutsche Steuererklärung bis zum 31.05. des Folgejahres. Dies wurde verlängert auf den 31.07. 
Verspätungszuschläge drohen dafür nun früher: Der Sachbearbeiter entscheidet weiter selber, ob er Zuschläge anwendet. Aber Vorsicht Rentner: das Finanzamt Neubrandenburg hat nun auch schon mal solche Zuschläge angewendet, wenn man nicht zum ersten Mal eine Erklärung einreichen musste, die Prozeduren also kennt. Man darf nicht mehr auf ein Schreiben aus Neubrandenburg warten!
Der Grenzgängerdienst wird auch 2018 wieder behilflich sein bei der deutschen Steuererklärung. Für Rentner auf Absprache oder in den Sprechstunden, für Arbeitnehmer auf Infoveranstaltungen im April. Bitte CSC – Info beachten. 
Doppelbesteuerungsabkommen: Leider haben wir immer noch keine Informationen seitens des belgischen oder deutschen Finanzministeriums, wie es um das neue Doppelbesteuerungsabkommen aussieht. Sobald nähre Infos bekannt sind, werden wir berichten!

3. Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung - Rente

Die Rente West soll zum 01.07.18 um 3,09 % steigen. Dies ist jedoch erst Gesetzentwurf! 
Die Beiträge zur Rentenversicherung sinken um 0,1 % auf 18,6 %.
Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen auf 6.500 €/Monat in der Rentenversicherung und 4.425 € in der gesetzlichen Krankenversicherung. 
Die Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung sinkt um 0,1 % auf 1,0 % 
Die reguläre Altersgrenze steigt 2018 auf 65 Jahre + 7 Monate (für 1953 Geborene). Auch die abschlagsfreie Altersrente „ab 63“ (für besonders langjährig Versicherte – 45 Berufsjahre) steigt die Grenze auf 63 + 6 Monate.

4. Mindestlohn

Der allgemeine Mindestlohn bleibt 2018 bei 8,84 €.
Jedoch steigt er bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf 15,26.€ (jedoch noch keine Allgemeinverbindlichkeit), Elektrohandwerk auf 10,95.€, Pflegebranche: 10,55.€

5. Entgeltgleichheit

In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten (also leider noch nicht für kleinere Betriebe) können Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen künftig Auskunft darüber verlangen, wie die Bezahlung ihrer Kollegen bei einer gleichartigen Tätigkeit ist. Ein Schritt zu mehr Transparenz bei Lohnunterschieden zwischen Frau und Mann.