Keine Erweiterung der Flexi-Jobs!

Flexi-Jobs
In der Wallonie folgt man dem föderalen Modell: Sparpolitik + Sparpolitik = ausgepresste Bürger.
Die CSC ist der Meinung: „Das geht nicht!“
Sie startete eine sechsmonatige Sensibilisierungskampagne.
Im September letzten Jahres forderte die wallonische CSC die sich einsetzende Regierung auf, gewisse Grenzen nicht zu überschreiten. Diese lässt sich aber davon kaum beeinflussen. Die vor drei Monaten geäußerten Befürchtungen verstärken sich : schlecht gebündelter Haushalt, mangelnde Klarheit über die Autonomieversicherung, Einfrierung der Reform der staatlichen Beihilfen für die Beschäftigung (APE), Einsetzung eines minimalen Dienstes im öffentlichen Transport… Die Regierung sprengt die Sicherheiten, eine nach der anderen. Zu diesen regionalen Fragen kommt auch noch die Fortsetzung der Pensionsreform auf föderaler Ebene. Die Wallonen haben eine Menge zu ertragen!
Für die wallonische CSC reicht’s. Das geht nicht und es kann nicht so weitergehen ohne soziale Schäden anzurichten. Daher beschloss sie eine Sensibilisierungskampagne von Januar bis Juni, in der sie Alternativen zur gegenwärtigen Politik aufzeigen wird.
Das Thema der Kampagne im Monat Februar betrifft die Flexi-Jobs. Ein Flexi-Job ist ein Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, der weder Arbeitszeiten noch eine Arbeitsgarantie vorsieht und das für weniger als zehn Euro pro Stunde. Der Arbeitgeber ruft den Arbeitnehmer wenn er ihn braucht und solange er ihn braucht. Und das egal wann. Und der Arbeitnehmer muss dann zur Arbeit…

Unbegrenzte Flexibilität...

Bisher waren die Flexi-Jobs begrenzt auf das Hotel- und Gaststättengewerbe für Personen, die vollzeitig oder zumindest zu 4/5 beschäftigt waren. Die Regierung wollte sie unbedingt auf andere Sektoren ausdehnen. Jetzt sind sie auch im Vertrieb, im Sektor der Bäckereien, des Frisörhandwerks und der Schönheitspflege möglich. Zudem können auch Pensionierte in dieses System integriert werden, mit Ausnahme der jungen Witwer und Witwen, die eine Übergangsentschädigung erhalten.
Immer mehr Arbeitnehmer werden somit wie Marionetten von Arbeitgebern betrieben, die sie benutzen wenn ihnen danach ist und sie wieder ablegen wenn sie sie nicht mehr benötigen. Für den Arbeitnehmer bedeutet das: ein nicht garantierter Lohn, die Unmöglichkeit sein Privatleben zu planen, kein Lohn bei Krankheit oder Unfall, denn ohne Arbeit kein Lohn, und die Angst im Nacken, nicht mehr beschäftigt zu werden, wenn man einmal abgelehnt hat…
Kurz gesagt, zu Beginn dieses 21. Jahrhunderts finden wir wieder zurück zu der Form der Arbeit (Akkordarbeit), wie sie die Arbeiter im 19. Jahrhundert kannten, bevor sich die Gewerkschaften organisierten und die Arbeitnehmer Rechte erhielten.
 

… gegen verhandelte Flexibilität

Für die CSC ist ein solcher Rückschritt einfach inakzeptabel. Deshalb nimmt die wallonische CSC das Thema der Flexi-Jobs in die Prioritäten ihrer Kampagne auf. 
Sie fordert:
  • Der unbefristete Arbeitsvertrag und die statutäre Beschäftigung müssen als Norm bestehen bleiben.
  • Die Flexibilität muss verhandelt werden und kann nicht einseitig von den Arbeitgebern aufgezwungen werden.
  • Die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer müssen gewahrt bleiben, vor allem wenn es sich um eine schwere Arbeit handelt.
  • Die Lohn- und Arbeitsbedingungen in den Sektoren, die hauptsächlich Frauen beschäftigen, müssen aufgewertet werden, um eine Lohngleichheit zu erreichen.
  • Jeder junge Arbeitnehmer muss zumindest das garantierte Mindesteinkommen erhalten.
  • Beschäftigungshilfen dürfen nur gewährt werden, wenn der Arbeitsuchende die Möglichkeit erhält, sich dauerhaft im Unternehmen zu integrieren.
  • Sozialbeiträge sind von den "Flexi-Löhnen" abzuhalten um die soziale Sicherheit zu finanzieren.
  • Eine kollektive Arbeitszeitreduzierung mit ausgleichenden Einstellungen ohne Lohnverlust und ohne Benachteiligung der sozialen Sicherheit muss verallgemeinert werden um nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen.