Keine Ausweitung der Flexijobs

Flexijobs
Am 24. September verteilten Militanten der CSC-Nahrung und Dienste Mini-Croissants in Brüssel, um gegen die Flexijobs zu protestieren, die im Sektor angekündigt wurden und die nichts anderes sind als Mini-Jobs mit Mini-Löhnen und Mini-Sicherheit.
Gegen den Rat der Gewerkschaften hatte die Föderalregierung die Flexijobs als zusätzliche Arbeitsplätze im Hotel- und Gaststättengewerbe eingeführt. Die Regelung war eine Art Kompensation für die Einrichtung der Registrierkassen. Bisher waren die Flexijobs Arbeitnehmern vorbehalten, die mindestens zu 4/5 beschäftigt sind und sie waren bis dato auf diesen Sektor beschränkt.

Sektoren Bäckereien, Handel und Frisöre

Laut dem von der Regierung beschlossenen Sommerabkommen soll diese Formel ab dem 1. Januar 2018 auch auf die Sektoren Bäckereien, Handel und Frisöre ausgeweitet werden. Und nicht nur in den kleinen Bäckereien und Metzgereien, sondern auch bei Ikea, Carrefour und selbst in den industriellen Bäckereien. Darüber hinaus werden sich auch die Rentner über diese Formel etwas hinzuverdienen können.
Diese Ausweitung des Systems der Flexijobs kommt sehr schlecht bei den Gewerkschaften an. „Weshalb investiert die Regierung in zusätzliche Arbeitsplätze und in die Aktivierung der Rentner? Arbeitslose und Jugendliche werden es noch schwerer haben, eine Arbeit zu finden. Wie viele Arbeitsplätze, für die Sozialbeiträge und Steuern gezahlt werden, werden wohl nun durch billigere Flexijobs ersetzt? Die Regierung geht immer weiter. Zuerst das Hotel- und Gaststättengewerbe, dann der Handel und selbst die industriellen Bäckereien. Die Regierung organisiert selbst das Sozialdumping statt es zu bekämpfen“, beklagt Bart Vannetelbosch, Nationalsekretär der CSC-Nahrung und Dienste.
Es gibt eine ganze Reihe von Argumenten gegen dieses System:
  • Keine Beschäftigungssicherheit. Der Arbeitgeber entscheidet am Vortag, ob der Flexi-Bäcker am nächsten Tag arbeiten kommt oder nicht. Wird dieser nicht beschäftigt, bekommt er auch keinen Lohn. 
  • Schlechte Entlohnung. Der Stundenlohn eines qualifizierten Bäckers beträgt 14,07 Euro brutto, der eines Flexi-Bäckers 9,18 Euro (brutto = netto), was unter dem branchenüblichen Mindestlohn liegt. Zwei Personen, die die gleiche Arbeit innerhalb einer selben Bäckerei verrichten, können also unter unterschiedlichen Lohn- und Arbeitsbedingungen arbeiten.
  • Die Sozialsicherheit wird bedroht. Der Arbeitgeber zahlt nur 25 % Sozialbeiträge. Der Arbeitnehmer nutzt aber die gleichen sozialen Rechte. Die anderen Arbeitnehmer müssen also dieses System finanzieren.
  • Der Sektor wird liberalisiert. Die Flexijobs sind für den Arbeitgeber billiger. Also werden reguläre Jobs durch Flexijobs ersetzt. Etwa 19.000 Arbeitsplätze sind bedroht.
Auch andere Berufszentralen der CSC bereiten gezielte Aktionen gegen diese Flexijobs vor.